Verein aktuell

Aktuelle Informationen des Analtischen Fördervereins für Naturkunde und Geschichte

Mitgliederversammlung 2016

 

Am 18.11. 2016 fand die jährliche Mitgliederversammlung an ungewöhnlichem Ort statt. Durch Baumaßnahmen im Vereinsraum war ein Umzug in das Jugendbildungszentrum des Nachbarortes Gröbzig angezeigt. Verbunden wurde diese Ortswahl mit einem Einblick in einen speziellen Aspekt der neueren Geschichte Anhalts mit dem Besuch und einer Führung durch die Synagoge Gröbzig. Diese hatte, durch den glücklichen Umstand schon Anfang der dreißiger Jahre in ein Heimatmuseum umgewandelt worden zu sein, weitgehend die Zeit des Nationalsozialismus überlebt. Die anwesenden Vereinsmitglieder erhielten nicht nur einen Einblick in die Geschichte der anhaltischen Juden sondern auch in die heutige Problematik eines solchen, für die regionale Geschichte und Geschichtsaufarbeitung wichtigen Ortes.

Bei auch in diesem Jahr ausbaufähiger Mitgliederbeteiligung stand neben dem Rechenschaftsbericht für das abgelaufene Jahr der Ausblick für 2017 im Vordergrund des berichtenden Vorstandes. Zwei wesentliche Punkte waren zum einen weitere notwendige Baumaßnehmen, die nach Möglichkeit über das Leader-Projekt mit finanziert werden sollen und zum anderen die Intensivierung der museumspädagogischen Arbeit. Weitere Themen waren eine Ehrenamtspauschale in begründeten Fällen, anstehende Arbeiten in den Vereinsräumen und eine Exkursion nach Quedlinburg im nächsten Jahr.

Nach einer Entlastung des alten Vorstands stand die Wahl des neuen Vorstandes an. Da sich der alte Vorstand wieder geschlossen zur Wahl stellte und keine weiteren Kandidaten Interesse bekundeten, ist der alte Vorstand auch der neue Vorstand und steht für eine Kontinuität der bisher erfolgreichen Arbeit.

Auf den Spuren des Mittelalters im Saaletal

 

Am 28.5. 2016 fanden sich ein Dutzend Mitglieder und Freunde des Vereins um einen Einblick in die mittelalterliche Herrschaftslandschaft an mittleren Saale zu bekommen. Die Exkursion startete in Naumburg mit einer kurzen Fahrt mit der historischen Straßenbahn. Danach standen Zeugnisse der mittelalterlichen Stadtbefestigung, insbesondere das sehr gut erhaltene Marientor auf dem Programm. Nach einer Begehung des Stadttores erfolgte ein kurzer Spaziergang durch die Altstadt hin zur Domfreiheit. Dort wurde der Dom besucht. Anschließend führte der Weg vorbei an der Ägidenkapelle, der Moritzkirche und schmucken gründerzeitlichen Gebäudebestand nach Almrich. Dort wurde die „Kleine Saale“ erreicht. Bei der „Kleinen Saale“ handelt es sich eigentlich um einen Mühlgraben, den die Pfortenser Mönche im Mittelalter angelegt haben. Somit diente dieser Gewässerlauf dann als Leitlinie unseres weiteren Wanderweges, welcher uns entlang der „Kleinen Saale“ in das ehemalige Klostergelände des Zisterzienserklosters führte. Bedingt durch die seit 1543 bis heute bestehende Nutzung des Areals als Landesschule ist das Gelände immer noch reichhaltig mit Zeugnissen des Zisterzienserklosters gesegnet, wie sie sonst im mitteldeutschen Raum kaum noch anzutreffen sind.  Nachdem wir uns einen Überblick über Gebäudebestand, Nutzung und Zustand verschafft hatten, stand das verdiente leibliche Wohl im Vordergrund. Nach einem Mittagessen im mittlerweile auch schon historischen Fischhaus wurde die Saale überquert und entlang der Weinhänge in Richtung Bad Kösen gewandert. Dabei wurde das regionale Weinangebot getestet und in Bad Kösen sich nochmal bei Kaffee, Kuchen und Eis für die kurze letzte Etappe gestärkt. Diese führte zum einen an den Anfang der „Kleinen Saale“ und zum „Romanischen Haus“, dem wohl ältesten erhaltenen Profanbau in Mitteldeutschland, der als ehemaliger Wirtschaftshof der Zisterziensermönche ebenso wie der Abzweig der „Kleinen Saale“ den Kreis quasi schloss, der in Naumburg mit Blick auf Bischof Udo I. dem Gründer des Pfortenser Klosters seinen Anfang nahm. Zum Anderen wurden noch das Kunstgestänge und die damit verbundene Technik zur Soleförderung sowie das Gradierwerk besucht. Den Abschluss bildeten die Saalequerung per Fähre und ein Spaziergang durch den Kurpark hin zum Bahnhof, wo dann, nach fast acht Stunden Exkursion ein anregender und gelungener Tag bei überraschend gutem Wetter endete.

 

© Anhaltischer Förderverein für Naturkunde und Geschichte e. V.