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Ötzi |
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Für eine museumspädagogische Veranstaltungsreihe, die unter anderem die Lebensweise der Menschen während der Jungsteinzeit zum Inhalt hatte, wurden zur Veranschaulichung Nachbildungen von Werkzeugen, Jagdwaffen und Alltagsgegenständen benötigt. Wegen der seltenen Erhaltung von organischen Materialien aus vorgeschichtlicher Zeit, diente vor allem die erhaltene Ausrüstung der im September 1991 am Tisenjoch, in den Ötztaler Alpen gefundenen Gletschermumie, besser bekannt unter dem Namen „Ötzi“, als Vorlage. Die nachgebauten Gegenstände sollen helfen, bei den Veranstaltungen Einblicke in die angewandten Handwerkstechniken und den verwendeten Materialien zu geben. |
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Pfeil und Bogen |
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Der Bogen des Mannes aus dem Eis war unvollendet. Funde von vollständigen Bögen und Bruchstücken liegen von verschiedenen Fundorten mit so genannter Feuchtbodenerhaltung vor. Bei dem von uns gebauten Bogen handelt es sich um einen Flachbogen. Das heißt, die Wurfarme sind abgeflacht, das Griffteil ist deutlich abgesetzt. Leider liegen bisher über die verwendeten Materialien von Bogensehnen keine gesicherten Erkenntnisse vor. In Frage kommen tierische und pflanzliche Materialien. Wir verwendeten zu einer Schnur gedrehte Rohhautstreifen.
Bei den Bogenpfeilen handelt es sich nicht um Nachbauten derer, die zur Gletschermumie gehörten, sondern um Varianten wie sie allgemein für jungsteinzeitliche bis bronzezeitliche Zeitabschnitte angenommen werden. Als Material für die Schäfte dienten Schösslinge von Hasel, Hartriegel und Kornelkirsche. | |||||
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Als Pfeilspitzen verwendeten wir verschiedene Formen von Feuersteinpfeilspitzen, sowie ein Exemplar aus Knochen. Die Befestigungswicklungen wurden aus Rehsehnen gefertigt und zusätzlich mit Birkenpech gesichert. Gleiches gilt für die Wicklungen der Befiederung. Insgesamt wurden mit dem Bogen (allerdings mit einer anderen Sehne) mehrere hundert Pfeile verschossen, ehe er „außer Dienst“ genommen wurde und seinen Lebensabend als Ausstellungsstück verbringt. Ein quer verlaufender Riss im Griffstück, verursacht durch einen Ast, befindet sich auf der Kernholzseite des Bogens, also der dem Bogenschützen zugewandten Seite. Er hat die Funktion nie beeinträchtigt, würde aber, wenn man den Bogen in die falsche Richtung spannt, sofort zum Bruch führen. |
![]() Bogenpfeile mit verschiedenen Feuerstein- pfeilspitzen, darunter ein so genannter Querschneider (oben), sowie eine Knochen- pfeilspitze (unten) |
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![]() Verschlussklappe des Pfeilsköchers |
Beim Pfeilköcher diente die Ausrüstung der Gletschermumie als Vorlage. Als Material wählten wir das hirngegerbte Fell eines Kamerunschafes. Der Umstand, dass es sich nicht um heimische Tiere handelt, wurde in Kauf genommen. Die Versteifungsstrebe wurde aus Hasel gefertigt. Als Werkzeuge kamen Feuersteingeräte zum Einsatz. Gemessen an der Gesamtdauer der Herstellung von rund 8 Stunden, erscheinen die mehr als 2 Stunden Bearbeitungszeit der Strebe recht hoch, sind aber vor allem der Längsnut und der insgesamt 19 Bohrungen geschuldet. Die Herstellung der Werkzeuge sowie die Bearbeitung des Felles und des Leders für die Streifen, die zum Nähen dienten, blieben unberücksichtigt. Insgesamt gingen die recht ungewohnten „Handarbeiten“, wie der Zuschnitt des Felles und das Nähen mit Ledersteifen, gut von der Hand. |
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