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Fell und Leder |
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Im Zuge des Alt- und Mittelsteinzeitprojektes sollten auch Häute von verschiedenen Wildtieren zu Fellen, Rohhäuten und Leder verarbeitet werden. Unter der Vielzahl möglicher Arten der Gerbung wurde ausschließlich auf die Hirngerbung, auch Sämischgerbung genannt, zurückgegriffen. Sie gilt als eine der ältesten, dem Menschen bekannte Methode, Tierhäute weich und haltbar zu machen. Insgesamt standen Rohdecken von verschiedenen Tieren zur Verfügung, so vom Wildrind (Auerochsen), vom Reh und vom Kamerunschaf. Die Decken wurden uns dankenswerter Weise von Züchtern und Jägern der Region überlassen und bis zur Bearbeitung eingefroren. Aus Gründen der Geruchsbelastung sollte die Verarbeitung in der kalten Jahreszeit erfolgen. Die Bearbeiter verfügten vor Beginn kaum über praktische Fähigkeiten, die theoretischen Grundlagen entstammen der einschlägigen Literatur. |
![]() Zum Trocknen aufgespannte Haut |
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Das Entfleischen |
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![]() Das Entfleischen einer Haut mit einer Feuersteinklinge auf dem Gerberbaum |
Diese Arbeit steht – egal welches Ergebnis erzielt werden soll – immer an erster Stelle. Je nach Tierart und wie gut das Abhäuten gelang, befinden sich Fleisch- und Fettreste auf der Haut, die entfernt werden müssen. Wichtig ist neben einer geeigneten Unterlage „scharfes Werkzeug“. Der noch heute von Freizeitgerbern verwendete Gerberbaum, ein entrindeter Baumstamm ohne Unebenheiten, stand nicht im Widerspruch einer möglichst authentischen Arbeitsweise und wurde daher übernommen. Anders beim Werkzeug. Hier dienten zum Entfleischen scharfe Feuersteinklingen und Abschläge. Die abzutrennenden Gewebereste wurden zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten, so dass beim Führen der Klinge oder des Abschlages auf der Haut das straff gespannte Gewebe leicht abgetrennt werden konnte. Es wurde zunächst mit den kleineren Häuten der Kamerunschafe begonnen. | |||||
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Die Begriffe Fell und Leder bedürfen sicher keiner Erklärung. Bei der Rohhaut handelt es sich eigentlich um eine „Zwischenstufe“ bei der Lederherstellung. Sie ist erreicht, wenn die Haut entfleischt und die Fellhaare entfernt sind. Die Haut wird bei der Trocknung buchstäblich bretthart und erhält ein, je nach Dicke, transparentes Aussehen. Wenn die Behaarung nicht entfernt wird, erscheint die Haut deshalb in der jeweiligen Farbe des Felles. Als Bekleidung oder als Decke sind Rohhäute denkbar ungeeignet. Allerdings finden sie zum Beispiel als Bespannungen von Trommeln Verwendung, oder bilden in Streifen geschnitten sehr haltbare Wicklungen an Werkzeugen oder Jagdwaffen. |
![]() Aufbringen des Holzaschebreis |
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